Für immer hier

Für immer hier

Haben Sie den Film „Für immer hier“ gesehen? Er erzählt die Geschichte von Rubens Paiva, der 1971 während der Militärdiktatur in Brasilien gewaltsam verschwand, und von seiner Frau Eunice, die zunächst auch 12 Tage inhaftiert war und dann jahrelang nach ihrem Ehemann suchte und für Gerechtigkeit kämpfte. Erst Jahre später wurde bekannt, dass Rubens Paiva gefoltert und ermordet wurde. Bis heute sind die noch lebenden Mörder von Rubens Paiva nicht verurteilt worden.

Seine Töchter Ana Lucia und Beatriz Paiva berichteten im Ausschuss gegen das Verschwindenlassen, welche Folgen dies für ihre Familie hatte und warum darüber so lange geschwiegen wurde. Sie erzählten, wie schließlich ihr Bruder Marcelo Rubens Paiva 2015 ein Buch über die Suche ihrer Mutter nach Rubens Paiva und ihren Kampf für die Menschenrechte schrieb und dies zur Grundlage für den Film wurde.

Die Geschichte von Beatriz und Ana Lucia Paiva und ihrer Familie ist ebenso dramatisch wie beispielhaft für das Menschenrechtsverbrechen des gewaltsamen Verschwindenlassen und die riesigen Herausforderungen, mit denen die Familien konfrontiert sind. Sie zeigt zudem, wie das Recht auf Wahrheit und Gerechtigkeit vielen Familien verwehrt wird. Auch wenn in diesem Fall Jahrzehnte vergangen sind, verschwinden auch heute noch weltweit Menschen gewaltsam.

Bei einem gemeinsamen Mittagessen hatten wir Gelegenheit, noch weiter mit Ana Lucia und Beatriz Paiva darüber zu sprechen, wie sehr die fortbestehende Straflosigkeit in vielen dieser früheren Fälle noch heute die brasilianische Gesellschaft prägt und teilweise sogar spaltet.

Ein Interview mit Beatriz Paiva kann man in der Sendung 10 vor 10 des Schweizer Fernsehens anschauen.

Den sehr berührenden Bericht von Ana Lucia und Beatriz Paiva anlässlich der Eröffnung unserer 30. Ausschusssitzung ist in der Videoaufzeichnung (ab Minute 22:50) zu sehen.

string(26) "background-color: #3e3f41;"