Als „Weltenbeben“ bezeichnet Martin Kobler in seinem Buch, wie Trump, Putin & Co. Die Welt auf den Kopf stellen und sie wieder in Einflussbereiche aufteilen, in denen starke Mächte das Sagen haben.
Am 26. Februar habe ich mit ihm in Nürnberg diskutiert, welche Herausforderung, aber vor allem Chance das für Europa bedeutet, das seine Angststarre überwinden und seinen Werten treu bleiben muss. Wir haben erörtert, wie die EU und die Mitgliedsstaaten innerhalb der Vereinten Nationen weiter für das Primat des Politischen und nicht nur für militärisch definierte Sicherheitsvorstellungen werben und agieren können. Die Veranstaltung fand noch vor dem Angriff der USA und Israels auf den Iran statt. Heute, wenn wir fassungslos das Kriegsgeschehen beobachten, erscheint die Debatte über zivile Lösungen, für mehr und aktive diplomatische Bemühungen auf regionaler und internationaler Ebene noch schwieriger, aber eben auch noch dringender als je zuvor.
Meine Arbeitserfahrungen in Genf in den 90er Jahren, dann bei Amnesty International und schließlich im Europaparlament bis 2019 waren mir bei der Lektüre des Buches sofort wieder präsent. Martin Koblers konkretes diplomatisches Engagement in konfliktreichen Ländern, in denen er als deutscher Botschafter oder als Sonderbeauftragter des UN-Generalsekretärs gearbeitet hat, beschreibt er lebendig und lesenswert in seinem Buch und regt zur Reflexion an.