Von Daniels Verschwinden und dem Beschluss der Konvention

Von Daniels Verschwinden und dem Beschluss der Konvention

Daniel Víctor Antokoletz war ein Rechtsanwalt, der politische Gefangene verteidigte und im November 1976 in Buenos Aires von der argentinischen Diktatur gewaltsam verschwunden wurde. Seine Frau Iliana Andrés verschwand mit ihm, wurde später aber wieder freigelassen. Daniels Schwester Maria Adela Antokoletz schilderte uns zu Beginn der 31. Sitzung unseres Ausschusses, welche tiefgreifenden Auswirkungen dieses Verbrechen auf die Familie hatte. Sie erzählte uns, wie ihre Mutter zu einer der Gründerinnen der „Madres de la Plaza de Mayo“ wurde und wie sie selbst den Schmerz in Aktivismus umwandelte und sie sich intensiv in der Menschenrechtsbewegung engagierte. Sie und viele weitere Opfer aus Argentinien schlossen sich mit Betroffenen aus anderen lateinamerikanischen Staaten zusammen und gründeten 1981 die erste Organisation von Angehörigen verschwundener Personen, die FEDEFAM.

Gemeinsam mit Opfern, Angehörigen und Nichtregierungsorganisationen kämpften sie jahrelang für ein internationales Übereinkommen zum Schutz aller Personen vor dem Verschwindenlassen, das schließlich am 20. Dezember 2006 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet wurde. Anlässlich dieses 20-jährigen Jubiläums wies Juan Pablo Alban Alencastro, der Vorsitzende des CED, zu Recht darauf hin, dass dieses Übereinkommen nicht verabschiedet wurde, um ein Phänomen zu beschreiben, sondern um diese abscheuliche Menschenrechtsverletzung zu verhindern und zu beseitigen. Wir werden in diesen zwei Sitzungswochen intensiv an diesem Ziel arbeiten.

Hier können Sie unsere Eröffnungssitzung und Maria Adela Antokoletz‘ eindrucksvollen Bericht (ab Minute 26:00) anschauen.