Kirche und autoritäre Regime

Kirche und autoritäre Regime

Autoritäre Regime und Tendenzen stellen in vielen Regionen der Welt demokratische Institutionen infrage und verändern teilweise dramatisch die Handlungsspielräume von Kirche(n) und zivilgesellschaftlichen Akteuren. Für viele gehört der Umgang mit Repression, Einschränkung von Religionsfreiheit und politischem Druck leider längst zum Alltag. Welche Möglichkeiten und Verantwortung daraus erwachsen, war Thema der Jahrestagung „Weltkirche und Mission“ 2026 in Würzburg. Dort kommen jährlich Haupt- und Ehrenamtliche der weltkirchlichen Einrichtungen und Hilfswerke der katholischen Kirche in Deutschland zusammen.

©weltkirche.de/Damian Raiser

Ich war eingeladen, auf dem Abschlusspodium gemeinsam Bischof Dr. Bertram Meier, dem Vorsitzenden der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, und mit Dr. Jörg Lüer, dem Geschäftsführer der Deutschen Kommission Justitia et Pax, ganz konkret über die Menschenrechtsarbeit in autoritären Regimen zu diskutieren. Am Beispiel des erzwungenen Verschwindenlassens, für das besonders, aber nicht autoritäre Regierungen verantwortlich sind, schilderte ich Beispiele und Möglichkeiten, gegen diese Menschenrechtsverletzung konkret vor Ort in Projekten und kirchlichen Initiativen in jeweiligen Ländern vorzugehen. IN Bezug auf aktuelle Entwicklungen zur Abschaffung der Todesstrafe verwies ich auf die positive Rolle, die hier der Vatikan gegenüber einzelnen Regierungen hat.

Wichtig ist für mich auch die Auseinandersetzung mit autoritären Entwicklungen in unserem eigenen Land. Die Deutsche Bischofskonferenz hat hierzu im Februar 2024 mit ihrer Erklärung „Völkischer Nationalismus und Christentum sind unvereinbar“ ein wichtiges Zeichen gesetzt, die den Rechtsextremismus als derzeit drängendste Gefahr für die freiheitliche Ordnung benennt und die Gesellschaft ermutigen soll, sich gemeinsam standhaft für unsere Grundwerte einzusetzen.

©weltkirche.de/Damian Raiser